Die ostfriesische
Nationalhymne (Enno Hektor, 1850)

Der Dichter aus Dornum musste damals seine ostfriesische Heimat
verlassen, um sich anderswo eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen.
Voller Heimweh nach seiner geliebten ostfriesischen Heimat schrieb
er auf einer Zwischenstation in der Gaststätte Knieps in Dernau
(Ahrtal) unter der Überschrift "Sehnsucht nach der Heimat"
das Lied, das die Gemütslage seiner Landsleute traf und dadurch
faktisch zur "ostfriesischen Nationalhymne" wurde.

Nach der Melodie: "Weißt
du, wie viel Sternlein stehen ..."
1. In Ostfreesland is't am besten / over Freesland geiht der niks.
War sünd wall de Wichter mojer / war de Jungse wall so fix?
In Ostfreesland mag ik wesen / anners nargens lever wesen;
over Freesland geiht der niks / over Freesland geiht der niks.
2. Nee, 't is nargens, nargens beter / as war hoch de Dieken stahn,
war up't Eiland an de Dünen / hoch hennup de Bulgen slaan;
war so luut de Nordsee bullert / war ji könen up de Dullert
Dreemast-Schippen fahren sehn / Dreemast-Schippen fahren sehn.
3. Nargens bleiht de Saat so moje, / nargens is de Buur so riek,
nargens sünd de Kojen fetter, / nargens geiht de Ploog so liek,
nargens gifft so faste Knaken, / weet man leckerder to maken
Botter, Kees un Karmelkbree, / Botter, Kees un Karmelkbree.
4. War in d' Wagen Törf un Kienholt / worden haalt van't Hochmoor
heer;
war de heel Welt sük lüstig / maakt up't Is bi't Eierbeer;
war s'in't Feld mit Kloten scheten / war se Bookweit-Schubbers eten;
Harm up Freersfoten geiht / Harm up Freersfoten geiht.
5. För Ostfreesland, för Ostfreesland / laat ik Bloot
un Leven geern,
weer ik man weer in Ostfreesland / war so mennig söte Deern.
In de Frömde wünsk ik faken: / Kunn 'k doch Moders Breepott
koken
hören weer in d' Hörn bi 't Füür / hören
weer in d' Hörn bi 't Füür.
Quelle: Friesisches Forum e. V. |